Europa vernetzen
    Vorhaben von gemeinsamem Interesse (PCI)

    Vorhaben auf der Unionsliste

    Die Vorhaben von gemeinsamem Interesse (projects of common interest, kurz PCI) und Vorhaben von gegen­seitigem Interesse (projects of mutual interest, kurz PMI) sind wichtige grenz­überschreitende Infrastruktur­projekte, die die Energie­systeme der EU-Mitglieds­staaten unter­einander beziehungs­weise mit Dritt­ländern verbinden. Sie sollen zu einem funktionierenden Energie­binnen­markt und zur Versorgungs­sicherheit in der Europäischen Union beitragen. Die PCI und PMI spielen zudem eine wichtige Rolle beim Erreichen der gemeinsamen energie- und klima­politischen Ziele: erschwingliche, sichere und nach­haltige Energie sowie die lang­fristige Dekarbonisierung der Wirtschaft im Einklang mit dem Pariser Abkommen. PCI und PMI genießen die Vorzüge eines beschleunigten Genehmigungs- und Regulierungs­verfahrens und können unter bestimmten Voraus­setzungen Zugang zu europäischen Förder­mitteln (Connecting Europe Facilities, kurz CEF) erhalten.

    Die PCI und PMI sind in einer unions­weiten Liste enthalten, die alle zwei Jahre aktualisiert wird. Die zweite Unions­liste mit PCI und PMI, die im Zuge der über­arbeiteten TEN-E-Verordnung von 2022 erstellt wurde, ist am 9. April 2026 in Kraft getreten. Die Europäische Kommission hat darin 235 grenzüberschreitenden Energieprojekten den Status von PCI und PMI zuerkannt. Die Liste umfasst 113 Strom- und Smart-Grid-Projekte zur Integration erneuerbarer Energien, 100 Wasserstoffprojekte zur Dekarbonisierung, 17 Projekte zum Transport von Kohlendioxid im Rahmen der Entwicklung von Technologien zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung, drei Smart-Gas-Grid-Projekte sowie die fortgesetzte Einbeziehung von zwei Gasverbindungen für Malta und Zypern.

    Mit Bezug zu Deutschland sind in der neuen Liste 62 PCI- und PMI-Vorhaben benannt. Darunter sind 17 Projekte aus dem Strom­bereich, acht Projekte aus der Kategorie Strom­übertragung, hiervon vier Projekte in der Kategorie Offshore, vier Speicher­vorhaben und ein Smart Grid Projekt. 37 Projekte sind aus dem Bereich Wasserstoff (20 Pipelines, zwei Terminals, 12 Speicher und drei Elektrolyseure) sowie acht Projekte aus dem CO2-Bereich (Pipelines bzw. Speicher).

    Weitere Informationen erhalten Sie auf den Internet­seiten der Europäischen Kommission.

    Vorhaben im Strombereich mit Bezug auf Deutschland

    Einige im Strombereich aufgeführte Vorhaben waren bereits Teil der letzten Unionsliste, z.B.:

    5.2 Bornholm Energy Island (BEI)

    Das Projekt ist eine hybride Offshore-Verbindungsleitung zwischen Dänemark und Deutschland.

    Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Website des Vorhabenträgers.

    12.4 Gabreta (Tschechien, Deutschland)

    Im Bereich der intelligenten Netze (Smart Grids) ist das deutsch-tschechische Projekt Gabreta aufgeführt. Das Vorhaben soll unter anderem mehr Flexibilität und Aufnahme­kapazität für die erneuerbaren Energien generieren.

    Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Website des Vorhabenträgers.

    Vorhaben im Bereich Wasserstoff

    9.22.2 Wasserstoffspeicher Gronau-Epe

    Der Vorhabenträger RWE Gas Storage West (RGSW) beabsichtigt als sogenannte zweite Bau­stufe die Erweiterung einer bereits im Bau befindlichen Wasserstoff­speicher­anlage. Geplant sind eine weitere ober­tägige Anlage (unter anderem Entnahme- und Verdichter­station) einschließlich zweier zusätzlicher Kavernen (unter­tägig) zur Lagerung von Wasser­stoff. Mit dieser zweiten Bau­stufe soll die Nutzungs­kapazität für Speicher­kunden um 43,5 Millionen m³ Wasser­stoff erweitert werden.

    Gemäß Artikel 8 Absatz 2 der TEN-E-Verordnung wurde die Zuständigkeit für die Erleichterung und Koordinierung des Genehmigungs­verfahrens vom OneStopShop der Bundes­netz­agentur auf die Bezirks­regierung Arnsberg übertragen.

    Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Website des Vorhabenträgers.

    Stand: 12.08.2026

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